Fernando hilft anderen und wünscht sich eine eigene Wohnung und ein Leben in Würde

Er hilft seit knapp einem Jahr ehrenamtlich im Nachbarschaftstreff TIP mit, unter anderem bei der Ausgabe der Spendenbeutel jeden Freitag für Bedürftige mit geringem oder keinem Einkommen.

Das betrifft Familien, Alleinerziehende, Alleinlebende, von Wohnungslosigkeit betroffene junge und ältere Menschen sowie Obdachlose.

Fernando ist 60 Jahre alt und hat eine glückliche Kindheit in Erfurt gehabt. Er hat eine Lehre als Instandhaltungsmechaniker bei VEB Reparaturwerk „Clara Zetkin“ absolviert und dort bis 1993 gearbeitet. Aus dem VEB-Betrieb wurde Siemens und er hat damals das Unternehmen verlassen, damit eine Kollegin mit vier Kindern, weiterhin in der Firma arbeiten konnte. Er hat anschließend zweieinhalb Jahre als Kommissionierer im Milchhof gearbeitet und wurde wegen Modernisierungsmaßnahmen gekündigt. Danach folgten noch eine Umschulung und kleine Beschäftigungsverhältnisse. 

2018 verlor er seine Lebensgefährtin und den Halt im Leben. Seit vier Jahren lebt er im Haus Zuflucht. Das Ehrenamt im Nachbarschaftstreff TIP hat ihm wieder eine Perspektive eröffnet, nach vorn zu schauen.

Fernando spielt gern Schach, Skat und andere Kartenspiele. Er liest gern. Auch ist er schon länger neben seinem Ehrenamt sozial engagiert und hilft zwei älteren Frauen beim Einkaufen. Freitag ist daher nicht nur ein Tag für die Ausgabe der Spendenbeutel, sondern auch der Tag zum gemeinsamen Schachspielen im Nachbarschaftstreff TIP. 

Es hat rund ein Vierteljahr gedauert, eine vertrauensvolle Basis zu schaffen, die es Fernando ermöglichte, Beratung und Unterstützung vom Projekt Th.INKA anzunehmen. Darüber hat sich schließlich die Aufgabe der Verteilung der Spendenbeutel entwickelt.

„Kennengelernt habe ich ihn durch andere wohnungslose Männer, die sich regelmäßig im Stadtgebiet treffen und gerade in den letzten zwei Jahren durch Corona weiter an den Rand der Gesellschaft gedrückt wurden.“, sagt Evelin Richter von MitMenschen e.V. „Fernandos Ziel ist es, wieder in einer eigenen Wohnung und vor allem in Würde leben zu können. Dabei werden wir ihn nach Kräften unterstützen.“

Autor: B. Köhler Foto: MitMenschen e.V.

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