Großes Bad, viele Gäste und historisch interessant

Das Nordbad ist das größte Freibad Thüringens. Heute präsentiert es sich modern und die Umgestaltungen im Nordpark haben das gesamte Areal noch einmal deutlich aufgewertet. Spiel- und Ballplatz tragen dazu ebenso bei wie die unmittelbar vor dem Bad angelegten großformatigen Sitzstufen.

Schon in seiner Entstehung hatte das Bad einen weit über unsere Stadt hinausreichenden Ruf, war es doch Ender der 1920er Jahre sogar das zweitgrößte Freibad in Deutschland. Außerdem war seine ursprüngliche Anlage einschließlich der Gebäude für die damalige Zeit wegweisend, der Einfluss der Bauhaus-Architektur unverkennbar. Lange stand es unter Denkmalschutz, sollte dann doch abgerissen werden. Proteste der Bürger konnten dies verhindern und so blieb uns das schön und weitläufig angelegte Bad erhalten. Das Eingangsgebäude allerdings konnte nicht gerettet werden. 

Unsere Bilder zeigen das Nordbad in seiner ursprünglichen Anlage. Heute ist es gleichermaßen modern wie zweckmäßig. Das Eingangsgebäude, 1929 erbaut, war einst ein 114 Meter langes, symmetrisches Gebäude mit ausladenden flachgeneigten Dächern, horizontalen Gesimsen und Fensterreihen in Anlehnung an die Prinzipien der Prairie Houses des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright. Der zweigeschossige Mittelbau beinhaltete im Erdgeschoss den Kassenbereich und ein Restaurant, das zur Badseite hin voll verglast war, und im Obergeschoss eine Wohnung. Parkseitig war ihm eine flachgedeckte Pfeilerhalle vorgelagert. Rechts und links waren die Umkleidehallen für Frauen und Männer untergebracht, die durch Oberlichter nach dem Vorbild des Hauses am Horn in Weimar belichtet waren. An deren Enden schlossen sich zur Badseite rechtwinklig abknickende Seitenflügel für die Duschräume an, die eine obere Liegeterrasse umfassten. 

Die Umkleideräume waren für die Nutzung durch bis zu 3.500 Badegästen bzw. Sportler ausgelegt, die Tribüne fasste 3000 Zuschauer Das Nordbad erlangte aufgrund seiner Größe und Modernität Bedeutung weit über den mitteldeutschen Raum hinaus und trug mit zahlreichen nationalen und internationalen Veranstaltungen dazu bei, Erfurt zu einer Hochburg des Schwimmsports zu entwickeln.

Autor: B. Köhler  Fotos: Stadtarchiv Erfurt, J. Köhler

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